In Kürze
Worum geht es in dem Podcast?
Prof. Dr. Sven Gottschling, a specialist in pediatric and adolescent medicine and head physician of the Center for Cross-Age Palliative Care and Pediatric Pain Therapy at Saarland University Medical Center, presents first results of the CHORAL study in his trailer for the Circle of Experts 2026. The study was designed at the Saarbrücken site and investigates the use of cannabinoids in seriously ill palliative patients in advanced stages of disease — a clinical field in which burdensome symptom combinations of pain, nausea, loss of appetite and exhaustion dominate everyday life.
Using an exemplary patient course — a man with metastatic bronchial carcinoma, perimyocardial infiltration, weight loss and massive, opioid-requiring pain — Gottschling illustrates why the palliative situation represents a particularly sensitive indication for cannabinoid therapy. He places his own data in the international state of research and refers to a recent review in which 52 studies from palliative care were evaluated, 20 of them of higher methodological quality. The significant effects observed there on pain, nausea, vomiting, appetite, sleep and fatigue form the background against which the CHORAL study was designed.
Methodologically, comparably morbid tumor patient groups with a mean oral morphine equivalent dose of around 100 milligrams were compared and observed using the MIDOS symptom score. The study authors defined in advance a 20-percent improvement over the baseline score as a clinically relevant threshold — beyond mere statistical significance. The result: under cannabinoid therapy, the symptom burden decreases, while in the control group it continues to rise. With this, Gottschling provides a practice-oriented building block for the discussion of how medical cannabis can be integrated into palliative treatment pathways in the future.
Drei Formate an einem Tag - der Circle of Experts

Fachvorträge
Klinische Praxis aus Schmerz- und Palliativmedizin, Neurologie, Pharmakologie, Pflege und Apotheke. Kurze Slots, hoher Praxisbezug, Q&A direkt im Anschluss.

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Moderierter Austausch zwischen Klinik, Praxis, Apotheke und Pflege. Themen werden vorab gesammelt und gemeinsam priorisiert.

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Die Fachexpert:innen
Klinik, Forschung, Apotheke und Pflege — die Sprecher:innen kommen aus den Bereichen, in denen Medizinalcannabis täglich angewendet wird.

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel
Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel is Managing Director of the Institute of Medical Management and Health Sciences at the University of Bayreuth. At the Circle of Experts, he examines the ethical aspects of medical cannabis therapy and advocates for real-world studies.

Prof. Dr. med. Thomas Herdegen
Prof. Dr. med. Thomas Herdegen is a specialist in pharmacology and toxicology and was for many years deputy head of the Institute of Experimental and Clinical Pharmacology at UKSH Kiel. He is co-author of the Cannabis practice guideline and recipient of the German Pain Award 2024.

Dr. med. Dipl.-Chem. Konrad F. Cimander
Dr. med. Dipl.-Chem. Konrad F. Cimander is a specialist in general and addiction medicine, heads the K.C.M. Hannover Competence Center for cannabis medicine and is President of the German Medical Cannabis Society (DMCG). He is a lecturer on addiction medicine, psychopharmacology and cannabis medicine.

Dr. med. Matthias Giesel
Dr. Matthias Giesel is a specialist in anesthesiology and heads the pain clinic at Marienkrankenhaus Soest as well as the practice for pain therapy and palliative medicine at the Hospitalverbund MVZ Soest. He works as a consultant to the pharmaceutical industry on medicinal cannabis.

Sascha Saßen
Sascha Saßen holds a degree in nursing management (Diplom-Pflegewirt), is a certified pain expert (CEKIP) and has been CEO of the hesena Group since April 2025. At the Circle of Experts he spoke on pain management in inpatient long-term care and on the medication process in nursing and palliative care.

André Ihlenfeld
Dr. André Ihlenfeld is a specialist in anesthesiology and a pain physician, as well as Medical Director at Copeia, where he is responsible for projects on patient-reported data collection under cannabis therapy (including the Physicians Experience Platform). He is co-author of publications on cannabis-based medicines.
Weitere Informationen
- [00:00] — Presentation of the CHORAL study, presented at the European Palliative Care Congress.
- [00:48] — An exemplary study patient from the university hospital palliative ward.
- [01:50] — A huge bronchial carcinoma with perimyocardial infiltration and opioid-requiring pain.
- [02:20] — 52 studies on palliative care show significant effects on pain, sleep, fatigue.
- [03:53] — Study result: in the CHORAL group the MIDOS symptom score fell; the threshold of clinical relevance was ≥20% improvement.
Ich präsentiere voller Stolz unsere kleine Palliativstudie, die CHORAL-Studie, die wir vor ein paar Monaten abgeschlossen haben und die ich auch in knapp drei Wochen nochmal auf dem Europäischen Palliativkongress vorstellen darf. Kleines Schlaglicht auf meine Interessenkonflikte — gucken Sie nicht so genau hin, da wird es Ihnen schwindlig. Was für Patienten? Ja, ich begründe das immer so: Ich habe sechs Kinder und von irgendwas müssen wir auch leben.
Wie sieht denn so ein typischer Studienpatient aus, den wir in unsere Studie eingeschlossen haben, damit Sie mal ein Gefühl dafür bekommen, was heißt denn Palliativpatient auch tatsächlich jetzt in einem sehr fortgeschrittenen Stadium? Ich habe Ihnen einen Patienten mal exemplarisch herausgepickt, der für viele andere Patienten auch steht, die wir so in unserem klassischen Uniklinik-Palliativstations-Klientel haben. Ich habe ihm immer gesagt: Geh doch irgendwann mal zu einem richtigen Arzt. Hat er aber nicht gemacht und hat sich stattdessen entschlossen, Urlaub zu machen, auf den Jakobsweg zu gehen. Nach drei Tagen hat er den Urlaub abgebrochen wegen nicht mehr aushaltbarer Schmerzen, ist nach Deutschland zurückgeflogen und hat sich dann einer Diagnostik unterzogen.
Der hatte schon in den Wochen zuvor einen ungewollten Gewichtsverlust gehabt, eine B-Symptomatik, und man hat dann sehr schnell festgestellt, dass er ein riesengroßes Bronchialkarzinom hatte — auch schon mit Einwachsen in das Perimyokard und Kompressionen der Speiseröhre. Das heißt, er konnte zu diesem Diagnostikzeitpunkt dann auch gar nicht mehr sicher schlucken oder nur noch kleine Mengen Flüssigkeit, war diffus, sehr metastasiert und hatte massivste, auch opioidpflichtige Schmerzen. Warum wollten wir unbedingt eine Palliativstudie in diesem Kontext machen? Weil wir da ganz viel Notwendigkeit sehen. Es gibt jetzt auch eine relativ neue Übersichtsarbeit zu dem Thema, in der 52 Studien aus dem Bereich der Palliativversorgung angeguckt wurden, davon 20 von höherer methodologischer Qualität. Und man hat hier festgestellt: Wir haben statistisch signifikant positive Effekte im Palliativkontext für Schmerz, Übelkeit, Erbrechen, Appetit, Schlaf, Fatigue.
Von der Demographie her sieht man: Wir haben überwiegend Tumorpatienten gehabt. Natürlich sind Palliativpatientinnen auch COPD-, ALS-Patienten, was auch immer — hier waren es überwiegend Tumorpatienten. Was die Verteilung männlich-weiblich anbelangt, hatten wir demografisch keine Unterschiede zwischen der Kontrollgruppe und der Studiengruppe. Man sieht auch, dass das Alter vergleichbar war: Die waren so im Mittel knapp unter 70 und hatten auch in den beiden Gruppen eine vergleichbare Morphinäquivalenz-Tagesdosis als Grundrauschen für ihre Beschwerden. Das lag so um die 100 Milligramm orale Morphinäquivalenzdosis. Und dann haben wir als primären Studienendpunkt einen Symptomscore gehabt, den MIDOS-Score. Das heißt, da gehen eben diese ganzen belastenden körperlichen Beschwerden ein.
Und wir haben diese beiden Gruppen dann untereinander verglichen. Sie sehen schon hier: Unter der Cannabinoidtherapie geht die Symptomenlast runter. Es waren ja weiterhin progredient verlaufende terminale Erkrankungen. In der Kontrollgruppe ging es eher hoch — wir haben einen signifikanten Unterschied. Und wir haben uns auch im Vorfeld natürlich darauf geeinigt, dass wir nicht nur nach statistischer Signifikanz gucken, sondern auch definieren: Was wäre denn für uns klinisch relevant? Klinisch relevant war mindestens eine 20-prozentige Verbesserung gegenüber dem Ausgangsscore — das haben doch einige Patienten in dieser Gruppe erreicht.





